Die Geschichte der DJK Daxlanden

Nach dem 1. Weltkrieg, im Jahre 1921, scharte der damalige Kaplan Schweitzer die katholische Jugend um sich. Er nannte diese Gruppe “ Katholischer Jünglingsverein”. Der Kaplan engagierte sich sehr um den vom Krieg heimkehrenden jungen Männern und der Jugend einen festen Halt zu geben. Er gründete eine Musikkapelle, eine Radfahrgruppe und fasste die wild unter sich spielenden Fußballer zusammen. Mit diesen schloß er sich dem Bund der Deutschen Jugend­kraft, der damals drittgrößten Sportorganisation an. Diese Organisation hatte ihren Sitz in Düsseldorf. Seit diesen Tagen besteht in Daxlanden die DJK.

Auf dem Platz der damaligen “Fohlenweide”, dem heutigen Festplatz, gab es viel zu tun um das trapezförmige Gelände in einen Sportplatz zu verwandeln. Auch der Ka­plan führte oftmals den Pflug um das Gelände einzuebnen. Am 14.Mai 1922 trat er erstmals öffentlich mit seiner Jugend auf. In Verbindung mit der Fahnenweihe gab es eine große Sportschau, bei der der Bevölkerung die Arbeit der Sportler vorgestellt wurde. Der Höhepunkt war das Spiel gegen den FV Daxlan­den, das mit 2:2 endete.

Nach einer Übergangszeit, in der der Sportbetrieb ruhte, wurde er 1927 wieder auf­genommen. Zuerst nur Handball, danach auf Drängen des Kaplan Schlegel beim Geistlichen Rat Hermann Wacker, auch wieder Fußball. Am 16.September 1928 musste die Mannschaft zum ersten Verbandsspiel in Mühl­hausen bei Wiesloch an­treten. Nach 2 Stunden Fußsmarsch von Wiesloch nach Mühlhausen konnte die Mannschaft gleich beim Spiel den ersten Sieg verbuchen.

Es folgte die Meisterschaft in der B-Klasse 1928/1929 und der Aufstieg in die höch­ste Spielklasse. In den nun folgenden Jahren hieß der Meister in Mittelbaden immer DJK Daxlanden. Und stets wurde um die Badische Meisterschaft mitgekämpft. An Ostern 1932 war es dann soweit: Der Badische Meister hieß DJK Daxlanden. Erzielt wurde das beim Spiel gegen den DJK Singen am Hohentwiel im Freiburger Bernhar­dus-Stadion. Im gleichen Jahr spielte der DJK Daxlanden um die Deutsche DJK Mei­sterschaft in Nürnberg. Leider ging dieses Spiel hoch verloren.

1933 hat die NSDAP die Macht in Deutschland übernommen. Zwar konnte der DJK noch unter dem Namen DJK spielen, mußte sich aber in die Satzungen des Süd­deutschen Fußballverbandes einordnen. Der DJK wurde in die Bezirksklasse einge­stuft und hat sich mit wechselndem Erfolg tapfer geschlagen.1935 erfolgte dann das endgültige aus. Unter folgendem Vorwand wurden die DJK`s verboten (Ausschnitt des Schreibens der NSDAP): „Seit Monaten musste die Beob­achtung gemacht wer­den, dass die außerhalb der Staatsjugend stehenden Jugend­verbände und Vereini­gungen ein Gebären an den Tag legten, das in einem geord­neten Staatswesen auf die Dauer nicht geduldet werden kann. In Verkennung ihrer Aufgabenkreise und un­ter Anmaßung eigener politischer Zielsetzungen setzten sich diese Organisationen in einem mehr oder minder bewussten Gegensatz zum Staat und zur nationalsozialisti­schen Bewegung. Diese bestritten der Staatsjugend das ausschließliche Recht, die heranwachsende Generation zum Zwecke der politischen Erziehung in ihren Reihen zu erfassen und gefährdeten dadurch letzten Endes die politische Einigkeit unseres Volkes in der nationalsozialistischen Idee usw. usw……….(Ende des Schreibens)“

Das Vereinsvermögen der DJK wurde beschlagnahmt und bis in die letzten Zellen alles aufgelöst. Die DJK, die den neuen Machthabern schon immer ein Dorn im Auge war hatte aufgehört zu existieren. Fast ein Drittel der jungen Sportkameraden sind im 2. Weltkrieg gefallen.

Mit tatkräftiger ideeller und finanzieller Unterstützung wurde 1947 von Otto Heil und Robert Beck der Versuch unternommen die DJK wiederzubeleben. Dies scheiterte am Widerstand des Ordinariats in Freiburg. So wurde in einer “wilden” Verbands­runde gespielt. Die Geschäfte die zu dieser Zeit zu erledigen waren tätigten Anton Gerstner und Herbert Heil gemeinsam. Der Kaplan Hermann Rohde nahm sich der Mannschaft besonders an. Seinerzeit haben die wesentlichen Spiele folgende Spie­ler bestritten: Kurt Bertsch, Heinrich Bickheuer, Alfred Boyer, Hermann Ganz, Anton Gerstner, Herbert Heil, Artur Kober, Herbert Kühn, Werner Moos, Ludwig Rastetter, Wilhelm Reichert und Walter Ruf.

Von 1949 bis 1953 herrschte in Sachen DJK in Daxlanden absolute Funkstille. Dann erfolgte ein zweiter Versuch der Wiederbelebung. 1953 und 1954 hatte der Religi­onslehrer Otto Giehring eine Gruppe von 14 – 16jährigen Jugendlichen um sich ge­schart welche sich für das Fußballspielen begei­sterte. Auf dem alten DJK-Gelände an der Hermann Schneider Allee, welches eher einer Wiese als einem Sportplatz glich, wurde gespielt. Otto Giehring war es dann auch, dem es gelang die DJK wie­derzugründen mit der Unterstützung des damaligen Pfarrers und Geistlichen Rates Erwin Ostermann. Letzterer war dann auch jahrelang der erste Geistliche Beirat der DJK Daxlanden.

1955 wurde in der Daxlander Gaststätte “Hirsch” (lag früher in der Schattenstra­sse/Malvenstrasse) die DJK Daxlanden wiedergegründet. Im Hirsch kleideten sich auch die Spieler um und es war die Vereinsgaststätte. 1956 nahm die DJK Daxlan­den mit einer 1. Mannschaft und einer A-Jugend an den Verbandsspielen des Badi­schen Fusballverbandes teil. Der damalige Jugendleiter und seinerzeit auch Haus­meister der “alten Schule”, Oskar Vogt, konnte kurzfristig das dortige Schulbad als Umkleide- und Duschraum zur Verfügung stellen, was ein großer Luxus war. Viele Daxlander prophezeiten der DJK nur ein kurzes Leben aber trotz großer Mühen konnte doch jeden Sonntag eine 1. Mannschaft gestellt werden.

Nachdem Otto Giehring in eine andere Stadt versetzt wurde, übernahm Alwin Kober 1957 das Amt des 1. Vorsitzenden. Unter seiner Leitung wurde vom TSV das frühere Turnerheim gekauft und vollkommen umgebaut. Umkleide- und Duschräume waren seinerzeit das Beste was es gab. Der Sportplatz wurde 1 Meter höher gelegt und es entstand ein erstklassiger Fußballplatz. Das Vereinsheim konnte 1958 eingeweiht werden, der Fussballplatz ein Jahr später. Das Eröffnungsspiel bestritt die AH mit einem Spiel gegen den FV Beiertheim und die 1. und 2. Mannschaft mit Spielen ge­gen den FV Daxlanden. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte die DJK in der Meister­schaft 1959/60 mit dem Aufstieg in die Kreisklasse A. 1960 trat Alwin Kober als 1. Vorsitzende zurück und Herbert Heil wurde zum 1. Vor­sitzenden in den Vorstand gewählt. Von 1962 bis 1964 übernahm Robert Beck die­ses Amt, danach wieder Her­bert Heil.

1970 begann die DJK mit der Durchführung von Zeltlagern. Bis heute werden sie im Turnus von 2 Jahren veranstaltet. Die Zeltlager werden von “Treff-Team” geleitet welches Herbert Heil ins Leben rief.

Bis 1970 war die DJK ein reiner Fußballverein. Herbert Heil und der Geistliche Beirat Alfons Haidlauf griffen die Forderungen des DJK Bundesverbandes auf, mehr Betäti­gungsmöglichkeiten den Frauen und Familien in den Vereinen anzubieten. Eine Frauen-Gymnastikabteilung und eine Wanderabteilung wurden gegründet. Nachdem Alfons Haidlauf nach Mörsch versetzt wurde, übernahm der Pfarrer von Hl. Geist Friedrich Wiebelt den Geistlichen Beirat. Mit großem Elan war er fortan tätig. 1980 wurde die Herren-Gymnastikabteilung und 1981 die Tischtennisabteilung ge­gründet.

Das Spielfeld und die sanitären Einrichtungen reichten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aus um den Bedarf allen Vereinsgruppen gerecht zu werden. Alle Bemühungen um einen grundlegenden An- und Umbau des Vereinsheims wurden seit Mitte der 70er Jahre von der Stadt abgewiesen, da das ganze Gelände unter Naturschutz steht. Aus der Not herauss wurden 3 Garagen organisiert, welche zu Umkleidekabi­nen und einem Duschraum umgebaut wurden. Mit der Stadt Karlsruhe wurde um einen 2. Platz gerungen. Schließlich wurde der DJK das Gelände südlich des Feder­bachs zur Verfü­gung gestellt. Auf diesem Gelände standen ca. 40 Obstbäume. In Eigenarbeit wur­den sie gefällt und beseitigt. Mit der Unterstützung des 2. Vorsitzen­den des FV Dax­landen, Emil Lindauer, konnte ein zweiter Rasenplatz erstellt werden. Dies war mög­lich weil Emil Lindauer durch sein persönliches Engagement Amerika­ner, welche in Knielingen stationiert waren, mit ihren Maschinen dafür gewinnen konnte.

Anfang der 80er Jahre sollte der Verein eine Anbindung an das Abwassersystem vornehmen, was 100.000 DM gekostet hätte. Dies konnte durch einen Kompromiss abgewendet werden. Die Erweiterungsverbote durch die Stadt machten es nötig sich nach etwas anderem umzusehen. Schon Anfang der 70er Jahre hatte die Stadt vor in der Fritschlach ein Sportzentrum zu errichten. 1976 hatte Herbert Heil den Mitglie­dern einen Entwurf für einen Neubau vorgestellt. 1979 mußte er jedoch den Mitglie­dern mitteilen dass Anwohner in der Fritschlach Einspruch gegen den Neubau erho­ben hatten. 1983 wurden die Einsprüche vom Verwaltungsgericht abgelehnt. Aller­dings war nun Sand in das Getriebe der Stadt Karlsruhe geraten und die Verhand­lungen gingen nur sehr langsam voran. Zudem reichten “Die Grünen” einen Antrag auf Rücknahme der Baugenehmigung ein, der jedoch vom Stadtrat abgelehnt wurde. Die anfängliche Finanzierungssumme von 1.650.000 DM erhöhte sich durch Abände­rungen und Modifizierungen am Bau auf die Summe von 2.800.000 DM. Durch die große Initiative von Architekt Clemens Grimm und Bauunternehmer Ger­hard Kober und nachdem die Kosten durch die Übernahme von Eigenleistungen um 500.000 DM gesenkt werden konnten, wurde am 30.5.1989 der erste Spatenstich durchgeführt. Der 2. Vorsitzende Hans Kassel organisierte eine alte Baubude von der Badenwerk AG. Diese wurde in einer Nacht- und Nebelaktion vom Badenwerks­gelände ab- und auf dem neuen DJK-Gelände aufgebaut und als Baubaracke und somit zentrale Schaltstelle auf der Baustelle genutzt.

Noch vor Beendigung der Baumaßnahmen wurde der geistliche Beirat Pfarrer Fried­rich Wiebelt nach Weisenbach versetzt. Sein Nachfolger im Amt, Pfarrer Paul Döl­ken, übernahm auch das Amt des geistlichen Beirats auf gewohnte harmonische Weise.

Während der Bauzeit des neuen Vereinsheims lief der Spielbetrieb auf dem alten Gelände im alten “Häusle” weiter. Die Wirtin Hilde Ernst führte zuverlässig den Kanti­nenbetrieb und stellten die Grundlage für geselliges Beisammensein und auch für das erfolgreiche Abschneiden der fußballspielenden Abteilung. Trotz gesundheitli­cher Probleme leitete “unsere Mutti”, wie sie liebevoll genannt wurde, über 20 Jahre das Vereinsheim. Leider konnte sie das 75jährige Bestehen der DJK Daxlanden nicht mehr miterleben. Sie starb am 26. Mai 1996.

Die Einweihung des neuen DJK Zentrums war im Rahmen einer Sportwoche vom 3.Juli – 8.Juli 1991. Am Mon­tag, den 8.Juli 1991 fand um 19:00 Uhr der Festhöhe­punkt mit dem Spiel Karlsruher SC (Ligamannschaft) gegen DJK Daxlanden statt.

Im Jahre 1994 wurde Rüdiger Frank zum ersten Vorsitzenden der DJK Daxlanden gewählt und löste Herbert Heil, der 35 Jahre ununterbrochen Führungsaufga­ben bei der DJK geleistet hatte, ab. Am 18. März 1994 wurde Herbert Heil zum Eh­renvorsit­zenden ernannt. Ebenfalls im Jahre 1994 wurde die alte DJK-Fahne wieder entdeckt. Die Fahne, die am 14. Mai 1922 geweiht wurde, war in einem erschreckend schlechten Zustand. Sie war ein zerschlissen und zerfetztes Stück Seidentuch. Ein Kostenvor­anschlag zur Restaurierung bezifferte sich auf 6000 DM. Da der Wert der Fahne aber auch noch auf 30.000 DM geschätzt wurde, entschloss man sich die Fahne restaurie­ren zu lassen. Ein Teil der Weihnachtssammlung 1995 wurde dazu verwendet, der Rest musste über Spenden gedeckt werden. Heute befindet sich die Fahne in einer Vitrine im Vereinsheim.

Im Rahmen des 80-jährigen Vereinsjubiläums 2001 wurde das DJK-Zentrum in “Herbert Heil Zentrum” umbenannt. Der Ehrenvorsitzende Herbert Heil verstarb am 17.02.2002.